Rissige Brustwarzen beim Stillen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

von/ durch Milk Bar am Feb 16 2026

Stillen sollte nicht wehtun. Dennoch bekommen viele Mütter in den ersten Wochen mit empfindlichen oder sogar verletzten Brustwarzen zu tun. Brustwarzenrisse – kleine Risse oder Wunden an der Brustwarze – können das Stillen sehr schmerzhaft machen und manchmal sogar entmutigend wirken.

Zum Glück lassen sich Brustwarzenrisse meist gut behandeln und vorbeugen. In diesem Ratgeber von Milk Bar erklären wir, worauf du achten solltest und was du tun kannst.

Wann sind es Brustwarzenrisse?

In den ersten Tagen nach der Geburt ist eine leichte Empfindlichkeit normal. Deine Brustwarzen müssen sich an die Saugkraft deines Babys gewöhnen.

Nach etwa zwei Wochen sollte Stillen nicht mehr weh tun.

Es kann sich um Brustwarzenrisse handeln, wenn:

  • Der Schmerz die gesamte Stillmahlzeit anhält oder beim Trinken schlimmer wird

  • Du Risse, Krusten oder blutende Wunden siehst

  • Du jeder Stillmahlzeit wegen der Schmerzen mit Sorge entgegensiehst

Bleib damit nicht herumlaufen. Schmerzen beim Stillen sind ein Zeichen dafür, dass etwas nicht optimal läuft – und du kannst etwas dagegen tun.

Was verursacht Brustwarzenrisse?

Die häufigsten Ursachen sind:

1. Nicht optimal angelegt

Wenn dein Baby nicht tief genug an der Brust saugt, entsteht zu viel Druck auf der Brustwarze statt auf dem Warzenhof.

2. Nuckeln oder falsches Saugverhalten

Zum Beispiel wenn dein Kind nur an der Brustwarze saugt.

3. Soor (Pilzinfektion)

Soor kann schmerzende, brennende Brustwarzen verursachen und wird leicht zwischen Mutter und Baby hin- und hergegeben.

4. Ein kurzes Zungenbändchen

Eine eingeschränkte Zungenbewegung kann dazu führen, dass dein Baby nicht richtig andocken kann.

Zweifelst du an der Ursache? Eine Stillberaterin kann helfen, das Problem schnell zu erkennen.

Brustwarzenrisse behandeln: Was hilft wirklich?

Das Wichtigste, das du dir merken solltest:
1) Du musst nicht mit dem Stillen aufhören.

2) Du musst auch nicht „die Schmerzen einfach durchbeißen“.

Mit der richtigen Vorgehensweise heilen Brustwarzenrisse meist schnell.

1) Muttermilch

Trage nach dem Stillen ein paar Tropfen Muttermilch auf deine Brustwarze auf und lasse sie an der Luft trocknen. Muttermilch wirkt beruhigend und unterstützt die natürliche Heilung.

2) Brustwarzensalbe

Wähle eine unparfümierte, sichere Salbe (zum Beispiel auf Lanolinbasis oder mit natürlichen Inhaltsstoffen). Achte darauf, keine Produkte mit reizenden Stoffen zu verwenden.

3) Luft und Ruhe

Lass deine Brustwarzen so oft wie möglich an der Luft trocknen und vermeide enge BHs oder scheuernde Materialien.

3) Vermeide Seife

Verwende unter der Dusche keine Seife auf deinen Brustwarzen; das trocknet die Haut aus und kann die Heilung verzögern.

4) Silberhütchen

Lies in unserem Blog, warum Silberhütchen eine heilende Wirkung haben.

 

Tipps beim Stillen mit Brustwarzenrissen

Tut das Stillen trotzdem weh? Diese Tipps können helfen:

  • Beginne mit der weniger schmerzhaften Brust

  • Wechsle die Stillposition, damit sich der Druck anders verteilt

  • Leg dein Baby etwas häufiger an, damit es weniger gierig trinkt

  • Pumpe vorübergehend ab, wenn direktes Stillen zu schmerzhaft ist

Bleiben die Beschwerden bestehen? Hol dir Hilfe von einer Stillberaterin. Die richtige Anlegetechnik macht oft einen großen Unterschied.

Brustentzündung vorbeugen

Verletzte Brustwarzen erhöhen das Risiko einer Brustentzündung (Mastitis). Bakterien können über die Risse eindringen, oder es entsteht eine Entzündung durch Milchstau.

Achte auf diese Anzeichen:

  • Eine harte, rote und schmerzhafte Stelle an deiner Brust

  • Fieber oder grippeähnliches Gefühl

  • Zunehmende Schmerzen

In diesem Fall solltest du am besten deinen Hausarzt kontaktieren. Eine rechtzeitige Behandlung verhindert eine Verschlimmerung.

Bei Milchstau ist es gerade wichtig, dein Baby an die schmerzende Brust anzulegen, damit die Brust gut entleert wird.

Brustwarzenrisse vorbeugen: So geht's

Vorbeugen ist besser als heilen. Eine korrekte Anlegetechnik ist entscheidend.

Ein gutes Andocken bedeutet:

  • Dein Baby nimmt nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen großen Teil des Warzenhofs in den Mund

  • Die Lippen sind nach außen gestülpt

  • Du hörst regelmäßig Schlucken

  • Das Stillen fühlt sich angenehm an (keine stechenden Schmerzen)

Zweifelst du daran, ob dein Baby richtig andockt? Hol dir Unterstützung. Eine kleine Anpassung kann große Erleichterung bringen.

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